10 Gründe warum Slider Ihrer Website schaden

Wenn Ihre Website einen Startseiten-Slider (auch Karussell genannt) benutzt, dann sollte Ihnen klar sein, dass dieses Feature keinen Mehrwert bietet. Weder für Ihre Besucher noch für Ihre Suchmaschinenoptimierung.

10 Gründe warum Website Slider mehr schaden als nutzen

1. Slider machen Websites langsamer

Slider funktionieren in der Regel mit Javascript und sind mit großen Bildern ausgestattet. Wenn diese auch noch ganz oben auf der auf der Startseite (also Ihrer wichtigsten Seite) eingebunden sind, gibt es eine ganze Menge Daten zu laden, bevor Ihre Besucher die Inhalte auf Ihrer Website überhaupt sehen können.

Übrigens: Je schlechter Ihre Seitenladegeschwindigkeit ist, desto mehr Besucher und damit Kunden verlieren Sie. Eine Schätzung der verlorenen Besucher können Sie hier kostenlos abrufen: Google Testmysite

2. Nur 1% der Besucher klicken auf einen Slider

Eine Untersuchung auf Weedygarden.net macht deutlich: Nur 1% der Website-Besucher klicken auf den Slider um die nächste Folie (Slide) zu sehen. D.h. 99% der Besucher mussten Inhalte laden und damit eine längere Wartezeit für Inhalte hinnehmen, die sie gar nicht wahrgenommen haben.

3. Slider verwirren Ihre Besucher

Ein typisches Nutzerszenario erklärt den Sachverhalt sehr gut:

Im Layout zurechtfinden

Ein Besucher ruft Ihre Website auf und orientiert sich zuallererst, um sich in dem Layout zurecht zu finden. Der Slider lenkt nun den Fokus auf sich.

Irrelevante Angebote

Sehr wahrscheinlich ist der Inhalt im Slider nicht relevant. Warum? Wahrscheinlich zeigen Sie im Slider Hinweise auf Events oder spezielle Angebote. Dies Inhalte sind vielleicht für Sie als Firma relevant, jedoch nicht für Ihre Website-Besucher. Denn wenn Sie die Customer Journey Ihrer Kunden bzw. Personas betrachten, werden Sie feststellen, dass am Anfang des Kaufprozesses allgemeinere und i.d.R. unverbindlichere Informationen verlangt werden.

Slider-Funktionialität muss verstanden werden

Für den Fall, dass der Besucher den richtigen Inhalt für sich im Slider findet, ist in diesem Moment wahrscheinlich schon der nächste Slide zu sehen. Da 99% der Besucher nicht durch Slider klicken, hat er das Angebot wahrscheinlich nur wahrgenommen, weil sich der Slider automatisch bewegt. Um nun zum richtigen Angebot zurückzukommen muss sich der Besucher aktiv mit der Funktionalität des Sliders auseinandersetzen und zum richtigen Angebot „vorarbeiten“.

Seitenabsprung

Sie können sicherlich nachvollziehen, dass der Besucher sich diese Mühe nicht machen wird. Sehr wahrscheinlich wird der Besucher nun Ihre Seite wieder verlassen und zum nächsten Wettbewerber gehen, der es besser macht.

4. Banner-Blindheit

Die sogenannte Banner-Blindheit ist eine „evolutionäre“ Entwicklung der Internetuser, die dazu geführt hat, dass Werbung unterbewusst ignoriert wird.

Als Websites noch voll mit nervigen und irrelevanten Werbe-Bannern überfüllt waren, hat der gemeine Internetuser gelernt, diese Werbung unterbewusst zu übersehen, um schneller die relevanten Inhalte herausfiltern zu können. Eyetracking-Untersuchungen haben ergeben, dass das Gleiche für Startseiten-Slider gilt.

5. Geringes Vertrauen in Slider-Informationen

Nicht nur, dass die meisten Website-Besucher die Slider überspringen oder unterbewusst ausblenden, die Informationen darin werden oft als Werbung eingestuft.

Werbung wollte lange Zeit etwas verkaufen wo kein ein Bedürfnis existierte. Deshalb haben wir gelernt: Werbung hilft uns nicht weiter, sie ist nur irrelevant. Das führt dazu, dass besonders aufgestylte Slider-Inhalte als weniger vertrauenswürdig eingestuft werden. Ein Beispiel wie man es nicht machen sollte lieferte Siemens.

Sliderinhalte wirken zu "werblich" und werden deshalb unterbewusst als wenig vertrauenswürdig eingestuft

6. Slider funktionieren auf Smartphones selten einwandfrei

Auf den meist sehr schmalen Smartphone-Bildschirmen macht es keinen Spaß Slider zu bedienen, da sich das Design oftmals an der Desktopversion orientiert. Zudem ruckeln meistens die Übergänge von Slide zu Slide. Denn das Smartphone drosselt die Leistung der Browser, um eine optimale Akkulaufzeit zu erreichen.

Immer mehr Traffic kommt zudem von mobilen Geräten. Deshalb hat Google auch dieses Jahr, den sogenannten „Desktop-Index“ durch den „Mobile Index“ ersetzt. Das heißt, egal über welches Endgerät ein Nutzer Google benutzt, die Suchergebnisse werden anhand der mobilen Optimierung Ihrer Website errechnet. Wenn Sie noch keine mobil-optimierte Website besitzen, dann sollten Sie schnellst möglich umsatteln und eine Responsive Website erstellen lassen.

7. Relevante Inhalte werden nach unten verschoben

Die für den Benutzer relevanten Informationen werden durch den Slider nach unterschoben. Das bemerkt auch Google und je weiter unten ein Text steht, desto irrelevanter ist dieser auch für die Suchmaschine. Folglich verschlechtert sich Ihr Ranking in den Suchergebnissen.

8. Slider konvertieren am schlechtesten

Wenn Sie eine Website haben, dann verfolgen Sie hoffentlich auch ein Ziel damit. Z.B.: Neukundengewinnung, Newsletter-Anmeldungen, Kontaktaufnahmen oder den Download von Broschüren. Was auch immer Ihr Ziel ist, wenn es eintritt spricht man von einer „Conversion“. Der Besucher konvertiert zu einem Kunden. Im Schnitt klicken nur 0,22% der Website-Besucher auf eine Call-to-Action (z.B. Download-Aufforderung), wenn sie in einem Slider platziert ist.

9. Stockfotos im Slider

Beispiel für Stockbilder die man nicht verwenden sollte

Beispiel für Stockbilder die man nicht verwenden sollte

Wo nehmen Sie die großen Bilder für Ihren Slider her? Wahrscheinlich von Stockbilder-Datenbanken. Klar, ein Fotoshooting passend zur Markenkommunikation zu planen und den Fotografen zu bezahlen kann wirklich teuer werden. Doch Stockfotos schrecken ab.

Künstlich übertrieben lachende Menschen in gestellten Situationen sind völlig sinnfrei und bieten keinen Mehrwert. Mal ehrlich, googlen Sie doch mal „business“ und fragen Sie sich, ob die Suchergebnisse bei Ihnen im Unternehmen auch so aussehen, oder ob sie nicht eher unnatürlich, nach gestellten Meetings, aussehen.

10. Fehlende Fokussierung

Unternehmen glauben, sie können viele wichtige Informationen gleichzeitig präsentieren ohne sich einschränken zu müssen. Achtung Sarkasmus: Schließlich ist doch alles wichtig für den Kunden.

Wenn Sie es nicht schaffen Ihre Kernbotschaft auf den Punkt zu bringen, dann kürzen Sie den Weg hin zu einer zielgruppen-orientierte Kommunikation nicht über einen Slider ab.

Sind Slider komplett überflüssig?

Absolut nicht. Auf Unterseiten auf denen z.B. verschiedene Detailbilder von Produkten dargestellt werden, macht ein gut programmierter Slider sogar sehr viel Sinn. Es kommt eben immer auf die Customer Journey Ihrer Kunden an.

Fazit

Gehen Sie die extra Meile. Finden Sie heraus, welche Personas Ihre Kunden sind und in welchem Schritt der Customer Journey Ihre Startseite am relevantesten ist. Erfüllen Sie die Erwartungshaltung Ihrer Personas in diesem Schritt.

Brechen Sie die Kernbotschaft auf einen Satz herunter und präsentieren den Inhalt in einem statischen Text mit Bild.

Quellen

  • http://weedygarden.net/2013/01/carousel-stats/
  • https://www.widerfunnel.com/rotating-offers-the-scourge-of-home-page-design/
  • https://www.nngroup.com/articles/auto-forwarding/
  • https://krogsgard.com/2013/sliders-suck/
  • https://searchengineland.com/homepage-sliders-are-bad-for-seo-usability-163496
2018-09-08T12:58:06+00:0031. August 2018|Design, Marketing, Websites|